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Das Syndrom der polyzystischen Ovarien (PCOS)

 

Das Syndrom der polyzystischen Ovarien (PCOS) ist die häufigste hormonelle Erkrankung der Frau. Das PCOS kann zu Zyklusstöungen und unerfülltem Kinderwunsch auf der einen, aber auch zu kosmetischen Problemen wie Akne, vermehrter Körperbehaarung und Haarausfall auf der anderen Seite führen.

Polyzystische Ovarien im Ultraschall

Typischerweise sind die Eierstöcke vergrößert und weisen mehr als 25 kleine "rosenkranzartig" angeordnete kleine Eibläschen auf.

PCOS und Kinderwunsch

Eines der Hauptprobleme ist, dass das PCOS zu Störungen der Eibläschenreifung und zum Ausbleiben des Eisprungs führt.  Da inzwischen bekannt ist, dass bei etwa 50% der Patientinnen auch eine Störung im Zuckerstoffwechsel  vorliegt und dass diese Störung ursächlich mit der Erkrankung zusammenhängt, steht die Basistherapie mit einem Medikament, das diesen Stoffwechsel reguliert (Metformin) häufig am Beginn der Behandlung.

Häufig ist eine Stimulationstherapie erforderlich. Diese Therapie erfolgt behutsam, da ein Hauptrisiko bei PCO-Patientinnen das unbeabsichtigte Heranreifen mehrerer Eibläschen verbunden mit einem deutlich erhöhten Mehrlingsrisiko ist. Innerhalb einiger Wochen kann die optimale Dosierung und individuelle Anpassung der Medikation für die Patientin erfolgen.

Hisrsutismus

Unter Hirsutismus versteht man das Auftreten von dunkel pigmentierten Haaren bei der Frau an Stellen, an denen sich bei der Frau normalerweise nur dünne Flaumhaare befinden. Diese Stellen befinden sich im Gesicht (Oberlippe, Wangen, Kinn), am Bauch zwischen Nabel und Schamhaargrenze, an den Oberschenkelinnenseiten und am Rücken. Im Gegensatz zum Hirsutismus hat eine verstärkte Behaarung an den Unterschenkeln oder den Unterarmen hingegen meist genetische Ursachen und ist normalerweise nicht behandlungsbedürftig.

Die Ursache für Hirsutismus ist in den meisten Fällen eine vermehrte Wirkung von Testosteron an den Haarfollikeln. Die Behandlung erfolgt meist mit speziellen oralen Kontrazeptiva (Pillen), die zum Einen die Produktion von Testosteron im Eierstock hemmen, zum Anderen aber auch die Wirkung des Testosterons abschwächt.

Bei Frauen, die aus bestimmten Gründen keine Pille nehmen dürfen oder diese nicht vertragen, gibt es alternative Behandlungsarten, die im Einzelfall festzulegen sind. Führt dies nicht zum gewünschten Erfolg, gibt es auch noch weitere Möglichkeiten durch Medikamente das Haarwachstum zu unterdrücken. Grundsätzlich braucht die hormonelle Behandlung der verstärkten Körperbehaarung Zeit und etwas Geduld. Man muss in der Regel einige Monate therapieren, bis sichtbare Erfolge zu erzielen sind. Unter Umständen kann gleichzeitig eine lokale Therapie mit Laser oder Cremes durchgeführt werden, um die Haare rasch zu entfernen. Eine solche lokale Therapie ist aber meist nur vorübergehend und kann mit medikamentösen Maßnahmen kombiniert werden.